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Verbandsklasse (2): Drolshagen I - Wiehl I 2,5:5,5

Auch in der zweiten Runde der Verbandsklasse Süd mussten die Wiehler auswärts antreten, diesmal bei den Nachbarn aus Drolshagen. Wie schon in der ersten Runde reichte es auch diesmal zu einem Wiehler Sieg, aber auch dieser Sieg wurde nicht ohne Schwitzen und Zittern erreicht.

 

Drolshagen hatte erhebliche Aufstellungsprobleme, fehlten Ihnen doch ihre ersten drei Spieler. Wiehl konnte im Gegensatz dazu in nahezu Bestbesetzung antreten und fand sich somit in der klaren Favoritenrolle wieder, hatte man doch an fast allen Brettern deutliche DWZ Vorteile - teilweise bis zu 300 Punkte. Doch wie man weiß tun sich Favoriten gern mal besonders schwer...

 

Schon früh zeichnete sich ab, dass Andre Fleischer und Holger Lehmann in ihren Partien keinen Vorteil erzielen konnten und das Remisangebot ihrer nominell schwächerer Spieler annehmen mussten. In beiden Partien gab es kaum Komplikationen und nach der Eröffnung kam es zu großen Vereinfachungen wonach jeweils ein ausgeglichenes und tot remises Endspiel auf dem Brett war. Somit 1:1 nach ca 2 Stunden Spielzeit.

 


Polten - Roth: Weiß zog hier etwas übermütig 9.Sd5 nur um nach 9. ... Lxd5 10.Lxd5 Sxd5 11.exd5 Sb4! den wichtigen Zentrumsbauern ersatzlos zu verlieren
Polten - Roth: Weiß zog hier etwas übermütig 9.Sd5 nur um nach 9. ... Lxd5 10.Lxd5 Sxd5 11.exd5 Sb4! den wichtigen Zentrumsbauern ersatzlos zu verlieren

Erwin Roth spielte in seiner Partie mit den schwarzen Steinen gegen das Drolshagener Urgestein Werner Polten. Schon in der Eröffnung konnte Erwin nach einer Unachtsamkeit seines Gegners einen Bauern gewinnen (siehe nebenstehendes Diagramm). 

Leider verpasste Erwin es in der Folge seinen Vorteil zur Geltung zu bringen und ließ sich erst einen und dann auch noch einen zweiten Doppelbauern verpassen. Er ließ ein paar aussichtsreiche Möglichkeiten aus, hatte dann aber kurz vor Schluß doch nochmal einen taktische Möglichkeit (siehe Diagramme unten) in Vorteil zu kommen. Leider verpasste er auch diese und musste schließlich ins Remis einwilligen. 

Schade, da war sicher mehr drin!

 

Zwischenstand vor der Zeitnotphase, daher etwas enttäuschend 1,5:1,5

Polten - Roth: Erwin zog hier 17. ... Dc6 ? wonach Weiß die Damen tauschen konnte und das gröbste überstanden hatte. Viel besser war 17. ... g5! mit starkem Angriff (z.B. 18.Sc4 h5, nebst g4 und Öffnung der Linien gegen den weißen König)
Polten - Roth: Erwin zog hier 17. ... Dc6 ? wonach Weiß die Damen tauschen konnte und das gröbste überstanden hatte. Viel besser war 17. ... g5! mit starkem Angriff (z.B. 18.Sc4 h5, nebst g4 und Öffnung der Linien gegen den weißen König)
Polten - Roth: Weiß hatte grade 41.a5 gezogen. Schwarz ging hier an seiner letzten Chance vorbei mit 41. ... c5!  ein gewonnenes Endspiel zu erreichen.
Polten - Roth: Weiß hatte grade 41.a5 gezogen. Schwarz ging hier an seiner letzten Chance vorbei mit 41. ... c5! ein gewonnenes Endspiel zu erreichen.

Straßner - Schymainski: Hier spielte Weiß das starke 18.e4! um das Zentrum zu öffnen und Raum für das Läuferpaar zu erhalten.
Straßner - Schymainski: Hier spielte Weiß das starke 18.e4! um das Zentrum zu öffnen und Raum für das Läuferpaar zu erhalten.

Den ersten ganzen Punkt konnte dann zu unserer Erleichterung Andreas Straßner erzielen, er kam gegen seinen Gegner Robert Schymainski gut aus der Eröffnung, wobei er aber vermutlich schon ein, zwei aussichtsreiche Möglichkeiten verpasste. Im Übergang zum Mittelspiel konnte er dann durch den schönen Sprengzug 18. e4! das Zentrum öffnen (siehe nebenstehendes Diagramm). Nach einigen weiteren Entwicklungszügen erspähte Andreas eine taktische Abwicklung mit der er einen Bauern gewinnen konnte - nach 25.Lxe5 Lxe5 26. Te1! konnte Schwarz den f7 Bauern nicht mehr verteidigen. Es geschah noch 26. ... Df6 27.Lxf7+ Kh8? (besser ist 27. ... Dxf7) was es Weiß erlaubte durch 28. De6! mit der Dame ins schwarze Lager einzudringen (siehe Diagramme unten). Schwarz reagierte erneut falsch, anstelle von 28. ... Dxe6? war es zwingend erforderlich in das Turmendspiel nach 28. ... Tf8 29.Txe5 Txf7 30.Dxf6 gxf6 abzuwickeln - hier spielt zwar nur Weiß auf Gewinn aber Schwarz kann noch um einen halben Punkt kämpfen. Nach dem Partiezug 28. ... Dxe6? folgte 29.Lxe6 Tc5 (alles andere verliert ersatzlos den Läufer) 30.b4 Lc3 31.bxc5! Lxe1 32. c6 und Schwarz gab den hoffnungslosen Kampf auf.

Somit endlich der erste ganze Punkt zur 2,5:1,5 Führung für Wiehl.

 

Straßner - Schymainski: Hier gewann Andreas mit 25.Lxe5 Lxe5 26.Te1! einen Bauern, da Schwarz aufgrund der Fesselung des Läufers den f7 Bauern nicht halten kann.
Straßner - Schymainski: Hier gewann Andreas mit 25.Lxe5 Lxe5 26.Te1! einen Bauern, da Schwarz aufgrund der Fesselung des Läufers den f7 Bauern nicht halten kann.
Straßner - Schymainski: Weiß gewann hier nach 28.De6! Dxe6? (bessere Remis-Chancen für Schwarz bot das Turmendspiel nach 28. ... Tf8 29.Txe5 Txf7 30.Dxf6 gxf6) 29.Lxe6 Tc5 30.b4 Lc3 31.bxc5! Lxe1 32.c6 1-0
Straßner - Schymainski: Weiß gewann hier nach 28.De6! Dxe6? (bessere Remis-Chancen für Schwarz bot das Turmendspiel nach 28. ... Tf8 29.Txe5 Txf7 30.Dxf6 gxf6) 29.Lxe6 Tc5 30.b4 Lc3 31.bxc5! Lxe1 32.c6 1-0

Margenberg - Pfennig,M: Hier zog Volker 9.f4?? und hinterließ einen Haufen schwarzer Felderschwächen im eigenen Lager (e3, f2, g3, h4), die Schwarz jedoch nicht konsequent genug ausnutzte. 9. ... Lb4! (nebst Se4 & Dh4) wäre sehr unangenehm geworden
Margenberg - Pfennig,M: Hier zog Volker 9.f4?? und hinterließ einen Haufen schwarzer Felderschwächen im eigenen Lager (e3, f2, g3, h4), die Schwarz jedoch nicht konsequent genug ausnutzte. 9. ... Lb4! (nebst Se4 & Dh4) wäre sehr unangenehm geworden

 

In einer sehr wechselhaften und sicher nicht fehlerfreien Partie konnte Volker Margenberg an Brett 7 einen Sieg gegen Martin Pfennig erzielen. Allerdings war es ein schwerer und für uns alle sehr leidensvoller Weg bis dahin...

Schon in der Eröffnung griff Vossi mit 9.f4?? kraftvoll daneben, die deckungslosen schwarzen Felder in der weißen Stellung hätte Schwarz sofort mit 9. ... Lb4! nebst Se4 & Dh4 unter Beschuss nehmen sollen - das hätte eine Kurzpartie mit unerfreulichem Ende für uns werden können. "Wäre wäre Fahrradkette" - Schwarz spielte stattdessen 9. ... Sxe5 10.dxe5 Sh5 11.e3 Sg3, verpasste es aber in den nächsten Zügen mehr als etwas Verwirrung zu stiften. Volker durfte sich konsolidieren und sogar lang rochieren und das Läuferpaar behalten. Unbegreiflich...

Der schwarze Springer wurde sogar noch zum Problem für Schwarz, da er sich etwas in der weißen Stellung verlaufen hatte - was eine Umkehr der Verhältnisse!  

Margenberg - Pfennig,M: Nach 15. ... Dh5? verbaute Schwarz sich selber das letzte Rückzugsfeld und hatte nach 16.Le1! kein gutes Feld mehr für den Springer.
Margenberg - Pfennig,M: Nach 15. ... Dh5? verbaute Schwarz sich selber das letzte Rückzugsfeld und hatte nach 16.Le1! kein gutes Feld mehr für den Springer.

 

Schwarz war in dieser Phase überhaupt nicht auf der Höhe, in der nebenstehenden Stellung muss Schwarz sich dringend um seinen etwas sinnlosen Springer auf g3 kümmern, stattdessen folgte 15. ... Dh5? was dem Springer noch das letzte Rückzugsfeld nimmt. Volker konterte stark mit 16.Le1! was nach 16. ... Lxc3 Material verlieren sollte. Am stärksten war 16. ... Lxc3 mit 17.Lxg3 zu kontern was nach 17. ... La5 18.f5 Lc8 19.Lf4 die schwarze Dame in große Bedrängnis gebracht hätte. In der Partie folgte jedoch 17.bxc3 Se4 18.Lxe4 dxe4 19.g4?? wonach Schwarz sich einfach auf h3 bedienen konnte - zum Entsetzen seiner Mannschaftskollegen die den sicher geglaubten Punkt schon wieder entschwinden sahen... Als nächstes war es wieder Schwarz überlassen einen Fehler einzustreuen, anstatt mit seiner nun aktiv stehenden Dame weiter Drohungen gegen den luftigen weißen König aufzustellen tauschte er die Damen ab und ermöglichte Volker so erneut Entlastung. 

Margenberg - Pfennig, M: Nach 26. ... h5 27. Th3! ging der h-Bauer verloren, da g6 nur den schwarzen Läufer lebendig begraben würde und Lg6 and e4 nebst f5 scheitert.
Margenberg - Pfennig, M: Nach 26. ... h5 27. Th3! ging der h-Bauer verloren, da g6 nur den schwarzen Läufer lebendig begraben würde und Lg6 and e4 nebst f5 scheitert.

Volker konnte in der Folge einen Bauern gewinnen, in der Diagrammstellung zog Schwarz 26. ... h5 und konnte nach 27.Th3! den h-Bauern nicht mehr retten (27. ... Lg6 scheitert an 28.e4 nebst 29.f5). Schwarz tauschte danach ein Turmpaar und wickelte in ein sehr remisliches Turm + Läuferendspiel ab, zumindest rechneten wir alle mit einem wahrscheinlichen Remisschluss. 

Margenberg - Pfennig,M: Hier zog Schwarz das selbstmörderische 34. ... g6?? wonach Schwarz mit 35.Le7! den Sack zu machen konnte
Margenberg - Pfennig,M: Hier zog Schwarz das selbstmörderische 34. ... g6?? wonach Schwarz mit 35.Le7! den Sack zu machen konnte

 

Doch Schwarz griff noch einmal, und diesmal zum letzten Mal, daneben. Mit 34. ... g6?? ließ er zu, dass Volker ein Mattnetz knüpfen konnte aus dem Schwarz nur unter großem Materialverlust entkommen konnte. Es folgte noch 35.Le7 f6 36.gxf6 Kf7 37.Th7+ Ke6 38.Ld6 Txd6 39.Te7+ 1-0

und Vossi konnte nach einigem Zittern doch noch den ganzen Punkt für uns sichern.

Damit baute er die Führung zum 3,5:1,5 aus.

Vishanji,A - Mauelshagen: Schwarz spielte hier das starke 21. ... Da5! wonach Weiß Materialverlust nicht mehr vermeiden kann
Vishanji,A - Mauelshagen: Schwarz spielte hier das starke 21. ... Da5! wonach Weiß Materialverlust nicht mehr vermeiden kann

Den entscheidenden Punkt zum Mannschaftssieg konnte Martin Mauelshagen an Brett 2 gegen Adrian Vishanji erzielen. Schon in der Eröffnung opferte Martin eine Figur für 3 Bauern. Es entstand eine zweischneidige unklare Stellung im Mittelspiel in der Weiß auf die Rochade verzichten musste und der weiße König in der Brettmitte verblieb. Falls Weiß sich jedoch konsolidieren sollte würden die weißen Aussichten aufgrund der Mehrfigur sicher überwiegen. Die schwarzen Zentrumsbauern, obwohl darunter ein Doppelbauer auf der d-Linie war, verwehrten Weiß jedoch den Zugang zu vielen wichtigen Feldern wodurch seine Springer keine Stützpunkte erhielten und nie wirklich ins Spiel fanden.

Der weiße König versuchte noch auf f2 eine Zuflucht zu finden, dies aber ermöglichte Schwarz selber zu rochieren und mit f6 die Stellung zu öffnen. In der Diagrammstellung hat Schwarz schon zwei (!) sehr starke Züge zur Auswahl um in entscheidenden Vorteil zu kommen. Martin spielte 21. ... Da5! (die andere Möglichkeit war b5!) wonach es Weiß schwer fällt die Drohung b5! nebst Tc3! zu parieren. Sein Gegner griff hier fehl und spielte 22.Td1 wonach 22. ... b5! zwangsläufig Material gewinnt. Wenig besser war 22.Sf3 Tc4 23.Sb2 Tb4 24.Dc2 Dc5 mit totaler schwarzen Dominanz trotz einer Figur weniger.

Vishanji,A - Mauelshagen: Schwarz gewann hier mit 27. ... Se4+ 28.Ke1 Dxd1+ 29.Kxd1 Sf2+ 30.Kd2 Sxh3 31.gxh3 a6 - die Mehrqualität reichte nach ein paar weiteren Zügen zum sicheren Sieg.
Vishanji,A - Mauelshagen: Schwarz gewann hier mit 27. ... Se4+ 28.Ke1 Dxd1+ 29.Kxd1 Sf2+ 30.Kd2 Sxh3 31.gxh3 a6 - die Mehrqualität reichte nach ein paar weiteren Zügen zum sicheren Sieg.

Nach ein paar weiteren Zügen kam es zu folgender Stellung, in der Martin eine schöne Schlusskombination erspähte. Nach 27. ... Se4+ findet der weiße König kein sicheres Feld, da auch der Versuch sich an den Turm zu stellen an dem Damenopfer Dxd1+ nebst Sf2+ und Damenfang scheitert. Aufgrund von fehlenden Alternativen entschied sich Weiß jedoch diese Variante zu spielen und sein Glück im Endspiel Springer gegen Turm zu suchen.

Nach ein paar genauen Zügen konnte Schwarz jedoch den weißen a-Bauern gewinnen  und hatte keine Schwierigkeiten mehr mit den Freibauern die Partie für sich zu entscheiden.

 

Damit war der Mannschaftssieg sichergestellt und Wiehl uneinholbar mit 4,5:1,5 in Führung gegangen.

Hemmings - Hein: Stellung nach 20. ... e5, hier konterte Weiß stark mit 21.0-0-0! verpasste jedoch im Anschluss die stärkste Fortsetzung und konnte nicht verhindern das Schwarz die Stellung ausglich.
Hemmings - Hein: Stellung nach 20. ... e5, hier konterte Weiß stark mit 21.0-0-0! verpasste jedoch im Anschluss die stärkste Fortsetzung und konnte nicht verhindern das Schwarz die Stellung ausglich.

Jürgen Hein spielte an Brett 4 mit Schwarz gegen Martin Hemmings. Nach einer ungewöhnlichen Eröffnung hatte er lange Schwierigkeiten sich vernünftig zu entwickeln, die weißen Türme hatten zwei offene a & h-Linien und übten ständigen Druck auf die schwarze Stellung aus. Weiß verpasste jedoch einige stärkere Fortsetzungen und ließ zu, dass sich Schwarz durch Figurenabtausch Raum und Entlastung verschaffen konnte. Im Mittelspiel entstand nach 20. ... e5 schließlich nebenstehenden Stellung, in der sich Jürgen langsam gedanklich damit beschäftigte besser zu stehen. Nach der überraschenden gegnerischen Antwort 21.0-0-0! war jedoch klar, dass die Leiden noch nicht vorbei waren. Nach den folgenden Zügen 21. ... exf4 22.Tdh1 stürzte sich Weiß jedoch im folgenden auf den schwarzen h7-Bauern und ermöglichte Jürgen damit die Entwicklung zu beenden und endlich auszugleichen. Zu einer weiterhin vorteilhafteren Stellung für Weiß hätte 22.b4 Se6 23.Txd5 geführt.

In der Folge verflachte die Partie, weitere Figuren wurden getauscht und das Springerendspiel war trotz minimaler Vorteile für Schwarz nicht zu gewinnen. Der aktiviere Springer sicherte Weiß am Ende das Remis durch Stellungswiederholung.

 

Somit stand es nach 7 entschiedenen Partien 5:2 für Wiehl.

Gottas - Vishanji,F: Stellung nach 21. ... f5 - Weiß hätte hier mit 22.g4! Linien gegen den König öffnen können. Aber auch nach 22.exf6 Dxf6 hätte er mit 23.Sg4! in deutlichen Vorteil kommen können.
Gottas - Vishanji,F: Stellung nach 21. ... f5 - Weiß hätte hier mit 22.g4! Linien gegen den König öffnen können. Aber auch nach 22.exf6 Dxf6 hätte er mit 23.Sg4! in deutlichen Vorteil kommen können.

 

Die letzte noch laufende Partie war die von Mike Gottas an Brett 1 gegen Franz Vishanji. Mike konnte schon in der Eröffnung einigen Druck aufbauen und erreichte eine klar vorteilhafte Stellung. In der Diagrammstellung hätte er 21. ... f5 mit 22.g4! stark beantworten können, wonach Schwarz nicht mehr verhindern kann das Linien gegen seinen König geöffnet werden. So hätte Weiß z.B. nach  22. ..fxg4 23.Dxg4 b4 24.Sf3 die deutlich besseren Aussichten gehabt. Aber auch nach dem gespielten 22.exf6 Dxf6 hatte Mike die Möglichkeit mit 23.Sg4! Schwarz weiter stark unter Druck zu setzen. Leider verpasste Mike diese und ein paar andere ähnlich aussichtsreiche Fortsetzungen und musste bei knapp werdender Zeit auf einmal aufpassen nicht in Nachteil zu kommen.

Gottas - Vishanji,F: Hier zog Weiß 35.Kf3? und verlor in der Folge den f4 Bauern ersatzlos
Gottas - Vishanji,F: Hier zog Weiß 35.Kf3? und verlor in der Folge den f4 Bauern ersatzlos

Irgendwie war es einfach nicht sein Tag, man merkte ihm die Verunsicherung nach den verpassten Möglichkeiten förmlich an. In der nebenstehenden Stellung unterlief ihm in aufkommender Zeitnot mit 35.Kf3? ein Fehler, da Schwarz durch 35. ... Tf6 mit Tempo die Türme verdoppelte und den f4 Bauern unter Beschuss nahm. Leider entging ihm auch die taktische Möglichkeit nach 36.Lc2 Tbf8 37.Ke3 Txf4 die Qualität mit Lf5! zu gewinnen und mit einer ausgeglichenen Stellung zu verbleiben. Stattdessen ließ er sich auf ein verlorenes Turmendspiel nach 37.f5? ein, was nach den Zügen 37. ... exf5 38.gxf5 Lxf5 39.Lxf5 Txf5+ 40.Txf5 Txf5+ entstand.

Gottas - Vishani,F: Hier folgte sehr unterhaltsam 58. ... Kxc3! 59.Tb7 Kc2?? 60.Kc6?? (Tc2+! hält Remis!) Txa7 61.Txa7 b1=D nebst Remisschluss ;-)
Gottas - Vishani,F: Hier folgte sehr unterhaltsam 58. ... Kxc3! 59.Tb7 Kc2?? 60.Kc6?? (Tc2+! hält Remis!) Txa7 61.Txa7 b1=D nebst Remisschluss ;-)

Schwarz verstand es sehr gut die Damenflügel Bauern in Bewegung zu setzen und unterstützte den Vormarsch mit seinem eigenen König bis schließlich folgende Stellung entstand. Schwarz spielte hier korrekterweise 58. .. Kxc3, da b1=D an 59.Txb1 Kxb1 60.c4 nebst Remis scheitert da der Turm den weißen d-Bauern alleine nicht aufhalten kann und der schwarze König nicht mehr rechtzeitig eingreifen kann.

Nach 58. ... Kxc3 spielte Weiß noch 59.Tb7 und wollte schon aufgeben als Schwarz 59. ... Kc2?? entkorkte! Der einzige Gewinnweg bestand darin in das Dame- gegen Turmendspiel nach 59. ... Txa7! 60.Txa7 b1=d abzuwickeln. Alle noch Anwesenden waren sich bei der Beurteilung sicher, das Endspiel kann man gewinnen - nur wie das konkret funktioniert wusste keiner so richtig :-) Für alle interessierten hier ein kleines Youtube Video zur Gewinnführung.

Letztlich kam es aber nicht mehr dazu, was allerdings nicht daran lag, dass Mike den Remiszug 60. Tc7+! fand, sondern an der fehlenden Lust seines Gegners sich an der langwierigen Gewinnführung zu versuchen, da der Mannschaftskampf ja schon längst entschieden war. Es folgte noch 60.Kc6?? Txa7 61.Txa7 b1=D nebst Remisschluss.

 

Entstand nach 8 teilweise sehr unterhaltsamen Partien somit 5,5:2,5 für Wiehl.

Damit finden sich die Wiehler punktgleich mit den beiden Spitzenreitern aus Plettenberg und Lindlar an der Tabellenspitze wieder.

Weitere Informationen sind unter "Mannschaften" zu finden.

 

Weiter geht es am 22.10.2017 dann mit dem ersten Heimspiel gegen die 2. Mannschaft aus Hellertal.

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